Bolo-Rei: Der süße König der Lissaboner Weihnachtszeit

In Portugal gehört er zur Weihnachtszeit wie Lichterketten und Kerzenschein: der Bolo-Rei. Der mit kandierten Früchten verzierte Kranzkuchen ist heute ein nationales Symbol und seine Geschichte reicht über 2000 Jahre zurück. Besonders in Lissabon prägt er die Festtage. Hier kann man bis heute das Originalrezept genießen, das vor rund 155 Jahren nach Portugal gelangte.

Die Wurzeln des Bolo-Rei liegen in den römischen Saturnalien, einem Fest zu Ehren des Gottes Saturn. Schon damals wurde eine getrocknete Bohne im Teig versteckt. Wer sie fand, wurde symbolisch zum „König des Festes“ gekürt. Später übernahm die katholische Kirche diesen Brauch und verband ihn mit Weihnachten und dem Fest der Heiligen Drei Könige.

Bevor der Kuchen seinen Weg nach Portugal fand, erlebte er unter Ludwig XIV. in Frankreich seine große Blütezeit. Doch erst um 1870 wurde er zur portugiesischen Tradition: Der französische Konditor Grégoire brachte das Rezept in die berühmte Confeitaria Nacional in Lissabon. Dort stellte man den Bolo-Rei erstmals vor und eroberte im Sturm die Herzen der Portugiesen. Bis heute hält die Traditionskonditorei am Originalrezept fest, das jedes Jahr unzählige Familien an ihren Weihnachtstischen begleitet.

Wer den besten Bolo-Rei Portugals probieren möchte, wird von offiziellen Auszeichnungen geleitet: 2022 ging der Titel an die kleine Bäckerei Padaria da Né im Lissaboner Vorort Amadora.

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